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Kapitel 2

Der KI den Kontext geben

Deine Idee ist scharf (Kapitel 1). Jetzt musst du der KI genug mitgeben, damit sie dich wirklich versteht. Simon nennt das gern „die Cloud vollquatschen": lieber zu viel Kontext als zu wenig.

Warum Kontext alles ist

Die KI kennt deine Firma nicht, deine Kunden nicht, deine Ziele nicht. Sie weiß nur, was du ihr sagst. Ein Handwerker, dem du nur „bau mir was Schönes" sagst, baut etwas anderes als einer, dem du Zimmer, Stil und Budget nennst. Genauso ist es hier.

Die vier Dinge, die jede gute Ansage enthält

Der wichtigste Trick: Gib ein Beispiel des gewünschten Ergebnisses, statt es nur zu beschreiben. „So soll die fertige Liste aussehen: Name, Firma, Anliegen, Datum." Beispiele lassen der KI keinen Spielraum, dich falsch zu verstehen.
Aus unserer Werkstatt

Als wir unsere KI-Flotte selbst aufgebaut haben, haben wir gemerkt: Je klarer die „Hausregeln" für die Agenten, desto besser das Ergebnis. Wir schreiben deshalb feste Regeln auf, an die sich jeder Agent hält — Ziel, Grenzen, wie geprüft wird. Genau dieses „einmal sauber briefen" ist auch dein Hebel.

Ein häufiger Fehler

Viele geben zu wenig Kontext und wundern sich, dass die KI „am Thema vorbei" arbeitet. Sie rät dann — und rät oft daneben. Lieber am Anfang zwei Minuten mehr erklären, als hinterher zehnmal nachbessern.

Stell dir vor, du briefst einen neuen Mitarbeiter

Das ist das beste Bild für gutes Kontext-Geben. Einem neuen Kollegen sagst du am ersten Tag ja auch nicht nur „mach mal". Du erklärst: Das ist unsere Firma, das sind unsere Kunden, so reden wir mit ihnen, das ist wichtig, das ist tabu. Genau diese Einweisung gibst du der KI — nur einmal, dafür gründlich. Alles, was ein neuer Mensch wissen müsste, um deine Aufgabe gut zu machen, sollte auch in deiner Ansage stehen.

Lass die KI dich ausfragen

Ein starker Trick, den kaum jemand nutzt: Bitte die KI, dir vor dem Bauen Rückfragen zu stellen. Ein Satz wie „Bevor du anfängst, frag mich alles, was du noch wissen musst" bringt oft Fragen zutage, an die du selbst nicht gedacht hast — und schließt Lücken, bevor sie zu Fehlern werden. Zwei Minuten Rückfragen ersparen dir eine halbe Stunde Nachbessern.

Zu viel Kontext gibt es fast nicht

Viele halten sich beim Erklären zurück, aus Sorge, die KI mit „zu viel" zu verwirren. Das Gegenteil ist der Fall: Überflüssiges filtert die KI von selbst heraus, aber Fehlendes kann sie nicht erraten. Im Zweifel schreib den Satz mehr. Der einzige Kontext, der schadet, ist der, den du weglässt.

Das nimmst du mit: Ziel, Zielgruppe, Rahmen, Beispiel. Und im Zweifel: lieber mehr Kontext. Die KI kann nur so gut sein wie deine Ansage.
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